Bericht zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung

„Wirtschaftlichkeit der Windenergie in der Region

Im Rahmen einer Informations- und Diskussionsveranstaltung befasste sich unser Kreisverband mit ökonomischen und systemischen Fragestellungen rund um den Ausbau der Windenergie. Referent war Thomas Lang (www.fuer-sinnvolle-energie.de), der die Erkenntnisse seiner im Niedersächsischen Landtag eingebrachten Petition auf die Region Osnabrück bezogen vorgestellt hat.

Regionale Ausbauzahlen und Strombedarf

Anhand regionaler Beispiele wurden installierte Leistungen, genehmigte Projekte und der rechnerische Strombedarf gegenübergestellt. Dabei wurde diskutiert, in welchem Verhältnis regionale Erzeugungskapazitäten zum tatsächlichen Verbrauch stehen und welche Folgen sich aus zeitweisen Überkapazitäten ergeben.

Ein weiterer Themenblock widmete sich den aktuellen technischen Voraussetzungen:

  • begrenzte Stromspeicherfähigkeit
  • notwendiger Netzausbau
  • Eingriffe zur Netzstabilisierung (Redispatch)

Dabei wurde die Frage erörtert, wie stark die Systemkosten durch fluktuierende Einspeisung beeinflusst werden.

Die Struktur der Förder- und Vergütungssysteme ist so ausgelegt, dass es auf regionaler Ebene zu Fehlallokationen kommen kann. Die aktuellen Anreizmechanismen unterscheiden nicht ausreichend zwischen regionalem Bedarf, Netzkapazitäten und Systemstabilität. Eine aktuelle Steuerung und Kontrolle der regionalen Entwicklungen an die politisch vorgegebenen Ausbauziele nach Bundesländern liegt nicht vor. Es gibt aktuell deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern in den geplanten und umgesetzten Windkraftleistungen. In Niedersachsen liegt bereits eine „Übererfüllung vor“ und ein Stopp dieser Entwicklung ist aufgrund der finanziellen Anreizstruktur und fehlender Gesamtkoordination aktuell nicht erkennbar.

Auch die fehlende Koordination des Ausbaus von Netz- und Speicherkapazität wurde intensiv diskutiert. Ein Ausbau der installierten Windkraftleistung ohne Berücksichtigung von Netz- und Speicherkapazität birgt die Gefahr, dass die installierten Windkraftwerke zu regionalen Eingriffen in Natur und Lebensumfeld führen ohne die Leistung wirklich nutzbar einbringen zu können.
Dieses führt zu finanziellen Schäden auf Bundesebene, da dort die Gelder verwaltet werden und zu landschaftlichen Schäden in den Regionen. Ergänzend dazu wurden die nicht ausreichenden Speichersysteme und auch die negativen Auswirkungen auf unsere Ökosysteme besprochen.

Ein zusätzlicher Fokus lag auf den wirtschaftlichen Risiken für Anlagenbetreiber:

  • Unsicherheiten durch Netzengpässe
  • Abregelungen bei Überproduktion
  • Marktpreisrisiken
  • Abhängigkeit von regulatorischen Rahmenbedingungen

Diskutiert wurde, wie stabil und kalkulierbar die wirtschaftlichen Grundlagen für Investitionen langfristig sind.

Fazit der Veranstaltung

Die Veranstaltung machte deutlich, dass der aktuell erfolgende Ausbau der Windenergie technische, ölogisch und wirtschaftlich sehr kritisch zu sehen ist. Eine offene Diskussion und ggfls Justierung dieser Aspekte ist dringend kurzfristig notwendig.